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Datum: 27.06.2023

Filmtipp: Mirai - das Mädchen aus der Zukunft

Inspiriert durch seine eigenen Kinder erzählt Regisseur Mamoru Hosoda eine Familiengeschichte, in der Realität und Phantasie miteinander verschwimmen.

Der kleine Kun hat eine jüngere Schwester bekommen, aber das anfängliche ehrfürchtige Staunen weicht Frust und Zorn, weil sich die komplette Familiendynamik geändert hat. Auf einmal steht nicht mehr er, sondern die neugeborene Mirai ("Zukunft") im Mittelpunkt, Mama ist immer total schnell genervt und wütend, und Papa arbeitet neuerdings im Home Office und versucht dabei mehr schlecht als recht nebenbei den Haushalt zu schmeißen. Zum Spielen ist die neue Schwester außerdem noch völlig ungeeignet.

Nein, Kun hat absolut keine Lust mehr! Doch dann kommt es für ihn im Atrium-Garten seines architektonisch außergewöhnlichen Zuhauses zu mehreren magischen (?) Begegnungen, die ihm im Verlauf des Films dabei helfen, seine Familie besser zu verstehen und letztendlich seine Rolle als Mirais Bruder anzunehmen: er trifft den Familienhund in menschlicher Gestalt, seine Mutter als kleines Mädchen, seinen verstorbenen Urgroßvater als jungen Mann, seine Schwester Mirai als Teenager aus der Zukunft – und sogar sein eigenes zukünftiges Ich!

So fantastisch sich das auch anhört, bleibt der Trickfilm dennoch ganz dicht an der Realität; die Familienszenen sind direkt aus dem Leben gegriffen, und die "Magie" offenbart tiefe Lebensweisheiten darüber, wie sehr wir über die Generationen hinweg mit unserer Familie verbunden sind – und wie manche kleinen, eigentlich völlig bodenständigen Begebenheiten im Lauf der Zeit ihre ganz eigene Magie entwickeln können: Stimmt denn die Familienlegende, dass Kuns Urgroßmutter seinen Urgroßvater nur auf Grund eines Wettlaufes geheiratet hat? Diese Frage durchzieht den Film bald ebenso sehr wie Kuns aktuelle Sorgen ... und wird am Ende natürlich geklärt.

Mirai - das Mädchen aus der Zukunft. Japan, 2018. Regie: Mamoru Hosoda. 1 DVD (94 Min.). Freigegeben ab 6 Jahren.