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Kreatives Schreiben

Bildliche und schriftliche Schreibanstöße laden zum fröhlichen Entdecken und Ausprobieren verschiedener Kreativ- und Erzähltechniken ein. Auch unterschiedliche Gedichtformen und literarische Fingerübungen stehen auf dem Programm.

Die Kreative Schreibgruppe trifft sich einmal im Monat an einem Montagvormittag von 10 bis 12 Uhr im Dachgeschoss der Stadtbibliothek, schreibt ihre Texte direkt vor Ort und bespricht sie im Anschluss an den Schreibprozess. Die Freude am gemeinsamen Schreiben und Experimentieren mit Sprache und Worten steht dabei immer im Vordergrund. Ein gegenseitiger wertschätzender Umgang ist dabei eine Selbstverständlichkeit.

Für alle, denen die Zeit bis zum nächsten Treffen zu lang wird, gibt es auf Wunsch außerdem eine kleine Hausaufgabe, die dann zu Beginn des nächsten Treffens vorgestellt werden kann.

Die Termine werden innerhalb der Gruppe abgesprochen und in unserem Kalender veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich zu einem „Schnupperschreiben“ eingeladen. Bitte melden Sie sich vorab bei Frau Sondermann, um die Details zu besprechen.


Beispiele für Schreibaufgaben

vom "Text-Basteln" für alle Tüftlerinnen und Tüftler und (Silben-)Zählerinnen und Zähler bis zum assoziativen Schreiben und "Malen mit Worten":

Elfchen

Elfchen bestehen aus 11 Wörtern, die nach diesem Muster angeordnet sind:

1. Zeile: 1 Wort

2. Zeile: 2 Wörter

3. Zeile: 3 Wörter

4. Zeile: 4 Wörter

5. Zeile: 1 Wort


Ein Beispiel - aber mit eingebautem Fehler:

Ganz

so einfach

ist es nicht

wenn ich mich am Ende

verzähle


Na, den Fehler gefunden?


Wer eine größere Herausforderung sucht, schreibt stattdessen Silben-Elfchen, diese bestehen aus 11 Silben.

Schneeball

Der Schneeball funktioniert ähnlich wie das Elfchen, nur dass es hier keine Regel gibt, wie viele Wörter es insgesamt werden müssen:

1. Zeile: 1 Wort

2. Zeile: 2 Wörter

3. Zeile: 3 Wörter

x. Zeile: x Wörter


Der Name „Schneeball“ kommt übrigens daher, dass dieser Text sozusagen wie ein Schneeball von Zeile zu Zeile abwärts rollt und dabei immer umfangreicher wird.

Sinnvoll wäre es allerdings, das nicht bis ins Unendliche fortzuführen, sondern spätestens dann aufzuhören, wenn die Wörter nicht mehr in eine Zeile passen. Je nach Schriftgröße ist das meistens in der 7. oder 8. Zeile so weit.

Kürzer geht natürlich auch!


Beispiel:

So

baue ich

den Text auf


Lieber schwieriger? Aus dem Schneeball lässt sich auch ein Silben-Schneeball machen…

Drachen

Der Drachen ist sozusagen eine direkte Fortsetzung des Schneeballs – während der Schneeball nur „aufbaut“, wird der Drachen erst aufgebaut und dann wieder abgebaut (und hat deshalb von der Form her Ähnlichkeit mit dem klassischen Papierdrachen, den man im Herbst steigen lassen kann – natürlich besonders, wenn der Text „zentriert“ geschrieben wird):

1. Zeile: 1 Wort

2. Zeile: 2 Wörter

3. Zeile: 3 Wörter

x. Zeile: x Wörter

nächste Zeile: x-1 Wörter

vorletzte Zeile: 2 Wörter

letzte Zeile: 1 Wort


Beispiel:

So

baue ich

den Text auf

und wieder

ab


Zu einfach? Wie wär’s dann mit einem Silben-Drachen?

Anzupfende Wörter

Diese Schreibanregung gehört in den Bereich "assoziatives Schreiben":

Anzupfende Wörter können einzelne Begriffe, ganze Sätze oder Satzteile sein, die beim Lesen im Kopf Ideen „anzupfen“ (zu denen einem also beim Lesen Ideen kommen). Was für Texte dazu entstehen, ob Gedichte, Kurzgeschichten oder sogar ganze Romane – das kommt ganz darauf an, wie sehr man „angezupft“ wurde…

Hier unsere Vorschläge:

  • Der Lärm der Fische beim Fliegen
  • Es beginnt mit einem Lächeln
  • Königskinder
  • Solange die Nachtigall singt
  • Fingerhut-Sommer

Eines oder mehrere dieser „anzupfenden“ Wörter aussuchen und einen Text dazu schreiben.

Ganz Ehrgeizige versuchen, alle im selben Text unterzubringen.


Ach ja: woher haben wir diese anzupfenden Wörter eigentlich und was haben sie alle miteinander gemeinsam?

Hat es jemand erraten?

Klar: alles sind Buchtitel! Gar nicht so schwer herauszubekommen, oder?

Farb-Texte

Diese Schreibanregung ist inspiriert durch das Buch „Solange die Nachtigall singt“, das sich durch viele spannende „farbige“ Kapitel-Überschriften auszeichnet - beispielsweise „Dämmergrün“, „Federgrau“ oder „Heimlichweiß“.


Farb-Texte
sind Texte, die entweder

  • ihren Leserinnen und Lesern den Eindruck einer bestimmten Farbe vermitteln, ohne diese ausdrücklich zu nennen oder
  • sehr viele Farb-Adjektive verwenden oder
  • von neuen, selbst ausgedachten Farben handeln (so wie die Überschriften von „Solange die Nachtigall singt“).

Viel Spaß beim Ausprobieren!