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Buchtipp: Crusher - Traue niemandem

Finn Maguire wurde in seinem jungen Leben noch nicht viel geschenkt: Seine Mutter ist abgehauen, er wurde straffällig, hat Dyslexie, keinen nennenswerten Schulabschluss und einen öden, schlecht bezahlten Job (den er hasst) in einem Fast-Food-Restaurant.

Nur sein (Stief-)Vater Noel, ein arbeitsloser Schauspieler, hat immer zu ihm gehalten. Dank chronischer Geldknappheit verbringen sie den gemeinsamen Alltag immer knapp am Existenzminimum. Als Finn eines Tages seinen Vater ermordet auffindet, wird er zum Hauptverdächtigen und die Polizei scheint sich keine große Mühe zu geben, nach anderen Verdächtigen zu suchen. Also nimmt der Junge die Ermittlungen selbst in die Hand: Warum taucht eine beurlaubte Sozialarbeiterin bei ihm zu Hause auf und stellt seltsame Fragen; kannte sie seinen Vater? Und was ist mit dem Drehbuch, an dem Noel arbeitete - er hatte dafür Informationen über Gangster in der Londoner Unterwelt gesammelt, und nun ist es verschwunden!

Finn fackelt nicht lange und beschließt, gleich an der Spitze des organisierten Verbrechens mit seinen Recherchen anzusetzen: Beim "Guvnor", dem Verbrecherkönig von London! Dass er in diesen gefährlichen Kreisen niemandem trauen darf, versteht sich von selbst, doch damit lässt es Autor Niall Leonard für seinen Helden noch nicht genug sein: Ist die geheimnisvolle Zoe, in die Finn sich verguckt, wirklich nur eine Zufallsbekanntschaft? Und warum taucht nach all den Jahren plötzlich seine Mutter wieder auf? Mehr als einmal gerät Finn in tödliche Gefahr. Zum Glück trägt er seinen Spitznamen "Crusher" aus dem Boxclub nicht ohne Grund ...

Spannend!!! Dieser erste Band über Finn Maguire weckt unaufdringlich, aber nachdrücklich die Lust auf mehr: denn obwohl der junge Romanheld letztendlich den Mord an seinem Vater aufklären kann, lässt uns die in der Ich-Form erzählte Geschichte mit offenen Fragen zurück - und mit dem Gefühl, gern länger in Finns Welt verweilen und mehr Zeit mit ihm verbringen zu wollen.

Crusher. Traue niemandem. Von Niall Leonard. Aus dem Englischen übersetzt von Tanja Ohlsen. Cbt, München 2014.