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Buchtipp: Der Tag, an dem Louis gefressen wurde

Es ist schon fies: Da fahren Sarah und ihr kleiner Bruder Louis nichts Böses ahnend mit dem Fahrrad beziehungsweise dem Roller, und plötzlich wird Louis gefressen. Von einem Schluckster! Anstatt nun aber in Panik zu verfallen, nimmt die patente Sarah die Verfolgung auf.

Dummerweise lässt sich der Schluckster von einem Grabscherix fressen, ehe Sarah ihn eingeholt hat, und der Grabscherix wiederum von einem Wasserschnapper und so weiter.

Unverdrossen bastelt Sarah die abenteuerlichsten Gefährte aus ihrem ehemaligen Fahrrad, um über Stock und Stein, zu Lande und zu Wasser dem jeweiligen Ungeheuer auf den Fersen zu bleiben, bis es dann endlich eines zu seiner Höhle schafft, ohne vorher gefressen zu werden.

Sarah hatte natürlich die ganze Zeit über schon einen genialen Plan, um ihren Bruder zu retten, und so kommt endlich der Schluckauf-Frosch zum Einsatz ...

Wie Louis gerettet wird und sich anschließend sogar bei Sarah revanchieren kann, das sollen alle Mutigen gern selbst nachlesen.

Die witzigen Zeichnungen und irren Namen der Ungeheuer, die unglaublichen Fahrzeuge, die Sarah in Windeseile zusammenschraubt, und der unbedingte, furchtlose Zusammenhalt der Geschwister mischen sich zu einer herrlich einfallsreichen Geschichte, die beim und nach dem Lesen rundum gute Laune hinterlässt. Autor und Zeichner John Fardell hält in den Illustrationen mühelos das Gleichgewicht zwischen den großflächigen Ungeheuern und den im Vergleich dazu winzigen Details von Sarahs Erfindungen. Auf den Bildern gibt es viel zu entdecken; die dazugehörigen Texte sind kurz und verraten bei weitem nicht alles. Ein Bilderbuch zum Genießen - und Übersetzerin Bettina Münch hatte sicherlich einen Riesenspaß mit den Namen von Schluckster, Grabscherix und Co.

Völlig zu Recht war "Der Tag, an dem Louis gefressen wurde" 2013 für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte "Bilderbuch" nominiert.

Der Tag, an dem Louis gefressen wurde. Von John Fardell. Aus dem Englischen von Bettina Münch. Moritz, Frankfurt am Main 2012.