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Buchtipp: Die Anatomie der Nacht

Im Nachtbus, mit dem sie eigentlich gar nicht fahren darf, lernt die siebzehnjährige Bex den gleichaltrigen Jack kennen. Gutaussehend ist er, sehr schlagfertig und ebenso geheimnisvoll.

Aber ein Dieb, wie sie zunächst vermutet, ist er nicht - stattdessen der gesuchte Sprayer, der mit goldener Farbe einzelne Worte an verschiedenen Plätzen von San Francisco hinterlassen hat. Zwischen beiden funkt es sofort, aber sie tauschen weder Nachnamen noch Adressen aus. Werden sie einander wiederfinden?

Autorin Jenn Bennett lässt Bex die Geschichte in der Ich-Form erzählen und hat ihrem Jugendbuch im Original den Titel "The anatomical shape of a heart" gegeben - sehr passend, weil die begabte Zeichnerin Bex hauptsächlich an anatomischen Studien arbeitet und damit sogar einen Zeichenwettbewerb gewinnen will, um ein College-Stipendium zu ergattern. Der deutsche Titel "Die Anatomie der Nacht" klingt dagegen deutlich rätselhafter und verweist somit stärker auf Jack, dessen Geheimnisse sich nur nach und nach lüften lassen - dass er Graffiti-Sprayer ist und warum er sich einen "schlechten Buddhisten" nennt, sind nur die ersten von vielen.

Romanze mit Suchtfaktor, die sich sehr gut in einem Rutsch "verschlingen" lässt.

Die Anatomie der Nacht. Von Jenn Bennett. Aus dem Englischen übersetzt von Claudia Max. Königskinder-Verlag, Hamburg 2015.