Buchtipp: Digby
Nach der Scheidung ihrer Eltern zieht Ich-Erzählerin Zoe mit ihrer Mutter in die Kleinstadt River Heights - furchtbar! - und träumt davon, der örtlichen Highschool-Hölle (mitsamt missgünstigen Mädchencliquen) zu entkommen und von der Prentiss Academy in New York aufgenommen zu werden.
Nachsitzen mit dem Sonderling Digby scheint dafür kein besonders guter Anfang zu sein, aber das ist noch gar nichts: Ohne so richtig zu wissen, wie das passieren konnte, findet sich Zoe mitten in einem Einbruch wieder, unter Beschuss, verhaftet, gekidnappt ... Der lässige und detektivisch begabte Digby, mit dem die Gefahr Hand in Hand zu gehen scheint, stellt ihr Leben völlig auf den Kopf.
Vor 8 Jahren verschwand Digbys kleine Schwester spurlos aus dem heimischen Schlafzimmer; bei den folgenden polizeilichen Ermittlungen wurden sämtliche (!) Familienmitglieder zu Unrecht verdächtigt (woran der verbliebene Rest von Digbys Familie zerbrach). Seitdem ist er davon besessen, dieses Rätsel zu lösen. Und ganz nebenbei auch noch andere. Zum Beispiel einen Drogenring auffliegen zu lassen. Außerdem könnte der aktuelle Vermisstenfall einer Schülerin vielleicht im Zusammenhang mit der Entführung von damals stehen. Warum Zoe das alles mitmacht? Irgendwie scheint der ewig hungrige Digby wohl ihr Freund geworden zu sein ...
Autorin Stephanie Tromly erzählt ihr erstes Jugendbuch spannend und sehr witzig, während Zoe, Digby (der nie einen Plan B hat) und ihre Freunde in eine völlig absurde Situation nach der anderen stolpern. Dialoge und Action sind filmreif - da zeigt sich, dass die Autorin auch im Drehbuchbereich tätig ist. Der deutsche Titel "Digby #01" klingt verglichen mit dem äußerst passenden Originaltitel "Trouble is a friend of mine" zwar nicht so einfallsreich, verspricht aber dafür schon, was alle LeserInnen nach der Lektüre sicherlich fordern: Eine Fortsetzung!! Bis dahin lesen wir Teil 1 einfach noch mal.
Digby #01. Von Stephanie Tromly. Aus dem Englischen übersetzt von Sylke Hachmeister. Oetinger, Hamburg 2016.