Buchtipp: Grimms Märchen ohne Worte
Wer dieses Buch zum ersten Mal in die Hand nimmt und darin blättert, dem fehlen tatsächlich die Worte. Denn Frank Flöthmann erzählt die 16 enthaltenen Märchen rein visuell: in rot, grün, schwarz und weiß, in sehr reduzierten Formen, comicartig - sogar in den Sprechblasen finden sich nur Piktogramme.
Das könnte uns nun ratlos zurücklassen. Oder uns ermuntern, die Bilder zu entschlüsseln, vertraute Märchenelemente zu entdecken, Worte dafür zu finden und die Märchen auf diese Art zum Leben zu erwecken. Es könnte uns aber auch dazu einladen, ganz eigene, neue Geschichten zu erzählen. Zumal Flöthmanns Bilder nicht immer dem klassischen Märchenverlauf folgen - so fällt beispielsweise im "Froschkönig" nicht etwa die allseits bekannte goldene Kugel in den Brunnen, sondern der Fußball der Prinzessin ...
"Grimms Märchen ohne Worte" ist zweifelsohne ein Experiment. Für alle, die das Außergewöhnliche lieben. Und für alle anderen zumindest einen neugierigen Blick wert. Denn wie heißt es doch so schön: Ein Bild sagt mehr ...
Grimms Märchen ohne Worte. Von Frank Flöthmann. DuMont Buchverlag, Köln 2013.