Buchtipp: Russian Roulette
Neun Bände lang hatte Anthony Horowitz seine Leser mit dem jugendlichen Geheimagenten Alex Rider mitfiebern lassen, bis er mit diesem 10. Band andere Seiten aufschlug. "Lieblingsgegner" aus den Vorgängerbänden war sicherlich der Auftragskiller Yassen Gregorovich, mit dem Alex es nicht nur gleich im 1. Band "Stormbreaker", sondern auch in Band 4 ("Eagle Strike") zu tun bekam - wobei sich herausstellte, dass Yassen und Alex' verstorbener Vater einander von früher kannten.
Die Rahmenhandlung von "Russian Roulette" spielt sich parallel zu "Stormbreaker" ab und überrascht damit, dass Yassen von der Organisation "Scorpia" den Auftrag erhält, Alex Rider zu töten. Wer "Stormbreaker" kennt, erinnert sich an dieses Detail garantiert nicht, ganz im Gegenteil: dort behauptete Yassen am Ende, er habe keinen Auftrag in Bezug auf Alex... wie konnte es dazu kommen?
Die Haupthandlung von "Russian Roulette" führt tief in Yassens Vergangenheit und erzählt, wie über einen ganz normalen Jungen aus einem kleinen russischen Dorf plötzlich die Hölle hereinbricht. Auf einen Schlag verliert Yassen seine Eltern, sein Zuhause, seinen besten Freund und ist auf der Flucht. Niemand darf seine wahre Identität erfahren. Um zu überleben, muss er kriminell werden. Doch von dort zum Auftragsmörder bei "Scorpia" ist es noch ein weiter, weiter Weg, auf dem mehr als einmal das "russische Roulette" über Yassens Leben oder Tod entscheidet.
Sehr spannende Lektüre, nicht nur für Alex Rider-Fans, denen sich so manches Aha-Erlebnis bietet. Auch wer die Reihe bislang nicht kannte, kann hier problemlos einsteigen und wird dann bestimmt Lust auf die anderen Bände bekommen.
Russian Roulette. Von Anthony Horowitz. Aus dem Englischen übersetzt von Wolfram Ströle. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2014.
Oder als Hörbuch: Russian Roulette. Von Anthony Horowitz. Gesprochen von Aleksandar Radenkovic und Bernd Stephan. Jumbo, Hamburg 2014.